Langenscheid

Dorf auf der “langen Scheyde”
Langenscheid
Langenscheid wurde urkundlich erstmals im 13. Jhd. erwähnt. Der Ort hat seinen Namen von dem langge- streckten Höhenrücken, der als Wasserscheide den Daubach und den Schwarbach als Nebenbäche der Lahn trennt. Die Größe der Gemarkung beträgt 884 ha, davon 343 ha landwirtschaftliche Nutzfläche und 541 ha Nieder- und Hochwald. Langenscheid liegt 242 m ü. NN und zählt etwa 540 Einwohner. Seine Gemarkung wird östlich vom Daubach, südlich von der Lahn, westlich vom Schwarbach und nördlich von der Gemarkung Hirschberg begrenzt.
Kleine Chronik der Gemeinde Langenscheid
1298 erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens Langenscheid. Im Jahre 1298 erhält das Kloster Thorn aus Usingen in Langenscheid einige Güter und Rechte, die es vor dem Jahre 1500 dem Marienstift zu Diez verkauft. Der größte Teil des Langenscheider Grundbesitzes dürfte jedoch den Landesherren, den Grafen von Nassau, gehört haben. 1352 Das Koblenzer Stt. Florinsstift besitzt Grundeigentum in Langenscheid. Das Stift war Kirchherr der Kirche zu Esten, der Mutterkirche der Esterau. 1354 1354 erstmalige urkundliche Erwähnung einer Kapelle Langenscheid, der Antoniuskapelle. 1538 Erste Einführung einer sog. gemäßigten Reformation in unserem Raum durch das nassauische Grafenhaus. Von 1563 an wechselt mit den Nachfolgern der nass. Grafen noch mehrmals die Konfession.1633 Es herrscht eine Pestepidemie furchtbarsten Ausmaßes. In Langenscheid gibt es schlimmste Verwüst- ungen. Von ursprünglich 30 Häusern stehen nur noch 5. 1643 Peter Melander kauft die Esterau. Esten wird seine Residenz und erhält 1688 den Namen Holzappel. Melander plant den Bau eines Schloßes in Langenscheid. Tod Peter Melanders. Der geplante Schloßbau in Langenscheid kommt nicht mehr zustande. 1648 Sein Testament wird für ungültig erklärt. Seinem Wunsch, in Langenscheid beigesetzt zu werden, wird nicht entsprochen. Langenscheid wird von seiner Mutterkirche Esten gelöst und zur selbstständigen Pfarrei erhoben. 1649 Die Witwe Peter Melanders duldet die Wiedereinführung des reformierten Glaubens. 1656 Die Witwe Peter Melanders, Freiin von Effern, kauft das Schloß Schaumburg mit Cramberg und dem Kirchspiel Habenscheid. Neue Namensgebung: Grafschaft Schaumburg.
1731 Langenscheid baut seine Kirche unter Pfarrer Hospinian, der außerdem den Kartoffelanbau im Nassauer Land einführt. 1843 Zehntenaufruhr in Langenscheid. Die Bauern weigern sich, die Zehntabgaben abzuliefern. 1844 Ablösung des Zehnten. Die Gemeinde kauft ihn von der Herrschaft für 30.000 Gulden. 1845 Abriß der Zehntscheuer auf dem Schulplatz. 1849 Ludwig Born zieht als Abgeordneter in die Nassauische Volkskammer ein. 1867 wird er Mitglied des Preußischen Landtages. 1862 Bau der Lahntalbahn. Viele Bürger des Dorfes finden hier Arbeit. 1870 Am Deutsch-Französischen Krieg nehmen auch sieben Langenscheider teil. 1917 Die größere der beiden Kirchenglocken wird für Kriegszwecke beschlagnahmt. Am 01.Juli 1917 läutet sie das letzte mal. 1917 Beschlagnahmung der vorderen Orgelpfeifen für Kriegszwecke. An Palmarum 1921 werden die Pfeifen wieder eingesetzt. Während des 1. Weltkrieges werden 42 Bürger eingezogen. 20 von ihnen werden diesen Krieg nicht überleben. 1918 Verkauf der noch vorhandenen kleinen Glocke. Lieferung von zwei neuen Glocken durch die Firma Rinker aus Sinn. 1927 Einweihung des Ehrenmales auf dem Friedhof. 1931 Am 19./20. September findet das 200jährige Kirchenjubiläum statt. Während des 2. Weltkrieges hat die Gemeinde Langenscheid 41 Kriegstote zu beklagen.1969 Auflösung der Volksschule. Die Kinder besuchen zukünftig die Esterauschule in Holzappel. 1970 Bau eines Kindergartens mit Feuerwehrgerätehaus. Die renovierte Kirche wird eingeweiht.


 

 



 

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